Von Michael Springer
Am 9. September 2021 wurde von der Pressestelle des Bezirksamtes Spandau im „selbstbelobigenden Timbre“ der Start einer neuen Internetpräsenz für die Altstadt Spandau vermeldet.
Unter dem Motto „entSpandau – echtes Berlin“ soll künftig für die Altstadt Spandau und ihren mittelständisch geprägten stationären Handel und ihre touristischen Angebote geworben werden.
Ins Leben gerufen wurde die gemeinsame Vermarktungsstrategie von der bezirklichen Wirtschaftsförderung, finanziert aus Mitteln der Städtebauförderung (105.000 Euro) des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat.
Auch anmeldepflichtige Facebook- und Instagram-Accounts gehören zu dem „Digitalisierungs-Paket“.
Der Plan: „Das neue Online-Portal ist nicht nur ein Schaufenster der Altstadt, sondern auch ein Marktplatz der Protagonisten Spandaus, auf dem sie zukünftig Neuigkeiten, Informationen und Veranstaltungen selbst einstellen und ihren gemeinsamen Web-Auftritt so genauso lebendig präsentieren können wie das vielfältige Zentrum Spandaus.“
Ein „noch nicht röhrender Hirsch“ in der Altstadt und ein auf eine Havelinsel versetztes Hochhaus der „Spandau Arcaden“ signalisieren: „Das ist nicht wirklich Spandau — eher Albtraumstadt Spandau!“
Es ist übrigens keine „Digitalstrategie“ für den Mittelstand, weil das Portal „Mittelstands-Daten“ für Google-Maps generiert und unsichtbar für Kunden und Akteure exportiert, und in allen Details den „Transaktionsaufwand“ für Kunden und Händler erhöht. Die Datenmacht von Google und Facebook wird gefördert, obwohl der stationäre Handel von dieseb Plattformökonomien bedroht ist! — Draußen steht Spandau `drauf — drinnen gewinnt Kalifornien!
Die Altstadt Spandau fällt damit aus der Strategie von „Einfach.SmartCity.Machen: Berlin!“ heraus.
Zudem begeben sich die wirtschaftlichen und bezirklichen Akteure in reine staatliche Förderhände — und setzen noch dazu ggf. unzulässige staatliche Begünstigungem im Sinne des Art. 107 Abs. 1 AEUV in Gang.
Für die Altstadt Spandau entgehen damit vorläufig die möglichen systemaren Vorteile, die über die Spandauer Tageszeitung und das neue berlinweite Prinzip „CitizenshipMedia“ bisher realisierbar sind — und noch zuwachsen können:
- Pressetermine vor Ort mit Pressefotos der Akteure
- berlinweite Berichte und Zitierung und berlinweites Marketing
- Berücksichtigung lokaler Marktpräferenzen
- Einbindung in das IKT- und Anzeigensystem anzeigio.de
- Listung von beauftragten Mediaagenturen und PR-Agenturen
- Berücksichtigung im Medienbeirat
- Marktprivileg „Golden Zero“ mit 4%-49% Kostenvorteilen je nach Branche
- internationale Suchmaschinen-Optimierung für alle Angebote
- Mehrsprachigkeit und internationalen Verknüpfungen
- weiterer Aufbau und Ausbau von professioneller Lokalberichterstattung
- Aufbau von weiteren lokaljournalistischen Kapazitäten
- Förderung von lokaler Wertschöpfung, Supereffizienz und den 17 UN-SDG-Zielen.
Die neuen Spandauer Stadtverordneten und die neue Senatskanzlei Berlin werden über die Details und Rechtskonflikte informiert, die die Presse- und Informationsfreiheit, das EU-Beihilferecht und staatliche Eingriffe in den Berliner Presse- und Medienmarkt betreffen — und auch das laufende Kartellverfahren gegen Google mit Verflechtung zur DB AG.
Mit expliziten Systemkosten für ein qualitatives digitales Lokalpresse-Angebot von nur ca. 1 €/Einwohner/Jahr tritt die Spandauer Tageszeitung derzeit gegen die ganz große Plattformkonkurrenz an, die für vergleichbare Angebote in anderen Modell-Kommunen jeweils nur Leser-Abo-Lösungen ab 36 €/Monat zustande bringt – und allen Händlern dazu nur provisionspflichtige Marktplätze offeriert.
Da der beauftragte Projektträger des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat in mehr als zwei Jahren keine Mailkontakte beantwortet hat, stellen sich in Sachen „Smart City-Modellprojekte“ auch viele grundsätzliche Fragen, die von gesamtstaatlichen Interesse sind. So müssen etwa die staatlichen Grundsätze von Smart City-Chartas im Verhältnis zum EU-Recht geklärt werden. Auch das Problem des unfairen Wettbewerbs mit lokalen Kapitalexporten an die großen weltweiten Plattformen muss gelöst werden.
Siehe auch dazu „korrumptive Details“ in Berlin bekommt einen Strategischen Rahmen für neue Smart City-Strategie.
Die Spandauer Wirtschaftsförderung unter (noch)-Wirtschaftstadtrat Gerhard Hanke (CDU) muß sich nun selbst um die Kostenbeteiligung großer Handels- und Modemarken am Altstadt-Marketing kümmern, die sich eigentlich längst aus der Finanzierung von Lokalmedien und Geschäftszentren zurückgezogen haben. Presse-Einladungen und -mitteilungen sind künftig an instagram und facebook und beauftragte PR-Agenturen zu richten!
Einfach.SmartCity.Machen: Berlin! — Die Spandauer Tageszeitung wird ab 3.10.2021 nur noch für registrierte Partner, Autoren, Journalisten und Marketing-Partner — sowie interessierte „Citizens“ tätig. Die Marktpräferenzen werden auf den EU-Raum ausgeweitet. Die neuen Online-Marketing-Präferenzen werden auf D2C-Plattformen, Amazon und AliBaba und viele andere ausgeweitet. Neue AGB´s bitte anfordern und nach individuellen Bedarf und mit Media-Plan abstimmen.
info@anzeigio.de